Responsive Design: Zwischen Hype und Horror

Responsive Design: Zwischen Hype und Horror

Es ist alles perfekt vorbereitet: Das neue Geschäft hat große Schaufenster, die Auslage ist einladend dekoriert; es gibt genügend Parkplätze, die Marketing-Kampagne läuft auf Hochtouren und alle Haushalte der Stadt haben brillant designte WerbeBroschüren bekommen. Am Eröffnungstag stehen die Menschen bereits seit Stunden Schlange, und als Sie endlich mit zittrigen Händen das Absperrband durchschneiden und die Leute voller Vorfreude in den Laden drängen wollen, stellen Sie entsetzt fest: Es passen nur jene hindurch, die kleiner als 1,70 m sind. Klingt seltsam und völlig unrealistisch? Stimmt. Passiert aber jeden Tag aufs Neue!

„Responsive Design? Ich würde ja gerne, aber …“
Über 50 Prozent aller Internet-Shops sind immer noch nicht responsive. Das bedeutet: Jeder, der den Shop über ein mobiles Gerät betreten will, kommt schlimmstenfalls nicht rein. Texte lassen sich nicht lesen, Buttons sind nicht benutzbar, Tabellen sehen aus wie moderne Kunstwerke – kurz: Jeder Besucher solch eines Shops kann nicht das tun, was er gerne würde (und was auch die Shop-Betreiber gerne sehen würden): kaufen.

Jeder kennt die Problematik, aber selbst große Internet-Händler ohne Ladengeschäft sind noch nicht umgestiegen. Warum? „Manche Kunden scheuen den Umstieg, weil Halbwissen und Erfahrungsberichte von gescheiterten Umstiegen sie verunsichern“, weiß Marco Müller, Geschäftsführer der Internet-Agentur digidesk – media solutions. Und er spricht aus Erfahrung: „Viele unserer Kunden stellen sich unter einem Umstieg auf responsive Design ein unbezahlbares Erdbeben vor, dessen Schaden größer ist als sein Nutzen.“

Die fünf größten Missverständnisse
Wir räumen daher mal mit den 5 größten Missverständnissen auf, die uns in Kunden-Gesprächen immer wieder begegnen:

Missverständnis 1: Viele Plattformen bedeuten viel Aufwand. Nein. Das ist das Schöne an responsive Design: Eine Veränderung wirkt sich immer auf alle Plattformen aus – anders als bei separaten Webseiten für mobile Geräte. Somit bleibt der Aufwand immer minimal.

Missverständnis 2: Neues Design vergrault die Bestands-Kunden. Auf Wunsch lässt sich das Look & Feel des alten Shops nahezu 1:1 übernehmen. Oftmals werden durch den Umstieg aber auch viele komplizierte und wenig User-freundliche Funktionen entdeckt – Sie können also selbst entscheiden, was komplett neu designt werden soll und was doch lieber so bleibt, wie es ist.

Missverständnis 3: Technische Probleme sorgen für Umsatzverlust. Durch das Aufsetzen eines Parallel-Systems lassen sich alle Funktionen ausgiebig testen. Erst, wenn alles perfekt funktioniert, wird auf das neue System umgeschaltet. So können technische Probleme nahezu ausgeschlossen werden.

Missverständnis 4: Ich verliere mein Google-Ranking. Im Gegenteil: Google rät dringend dazu, responsive Design zu verwenden. “Google recommends webmasters follow the industry best practice of using responsive web design, namely serving the same HTML for all devices and using only CSS Media Queries to decide the rendering on each device.” (Quelle: Google Developers). Also: Wer nicht auf responsive Design umsteigt, verliert mittelfristig im Ranking.

Missverständnis 5: Der Umstieg ist zu teuer. Folgende Grafik zeigt die Nutzung von Smartphones oder Tablet für den Einkauf im Internet:

Internet Nutzung von Mobile- und Desktop-Nutzern im Vergleich

JEDER Tag, an dem Ihr Shop nicht für den Einkauf von diesen Geräten optimiert ist, KOSTET Sie Geld – und zwar jeden Tag ein bisschen mehr. Wer nicht auf responsive Design umsteigt, riskiert also mittelfristig nicht nur seinen Umsatz, sondern auch seine Existenz!
Zudem lassen sich viele Internet-Seiten sehr günstig umrüsten. Generell gilt: Je einfacher eine Seite aufgebaut ist, desto günstiger ist der Umstieg auf responsive Design. Auch durch den Einsatz von vorgefertigten Themes lässt sich viel Geld sparen.

Wie funktioniert responsive Design?

Das responsive Design überprüft die Breite des InternetBrowser. Mittels „Breakpoints“, die vorher definiert wurden, wird jedes Element so skaliert und positioniert, dass es optimal dargestellt werden kann. So wird gewährleistet, dass Layout und Usability auf allen Geräten stets optimal sind.

Fazit
Fassen wir zusammen: Responsive Design kostet einmalig Zeit und Geld. Es spart Ihnen aber auch Zeit und Geld, weil Sie bei Content-Aktualisierungen plattformübergreifend arbeiten können; es schafft die Voraussetzungen für ein besseres Google-Ranking – und steigert dementsprechend Ihren Umsatz. Und: Es öffnet die Türen Ihres Shops für die immer größer werdende Menge an Kunden, die mobil shoppen.

„Okay, es ist toll – und nun?“
Papier ist geduldig – aber eben auch nicht bewegt und interaktiv. Wir haben Ihnen deshalb extra eine Seite zusammengestellt, auf der Sie Ihre Internet-Präsenz prüfen können:
• Erfüllt Ihre Seite alle Anforderungen einer mobilen Webseite?
• Gibt es auf Ihrer Seite technische Probleme?
• Wie könnte Ihre Seite nach einem responsive Relaunch aussehen?

Außerdem haben wir Ihnen einige Beispiele von Relaunches mit responsive Design zusammengestellt – inklusive der Auswirkungen auf die Verkaufszahlen und die Erfahrungswerte der Shop-Betreiber. Hier finden Sie auch ein Kontakt-Formular, falls Sie weiterführende Fragen haben.

Dieser Beitrag wurde von uns auch in dem Print-Magazin „Markt und Wirtschaft“ veröffentlicht.
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